6 Gründe, warum sich Fahrgemeinschaften für Firmen lohnen

Es weht ein neuer Wind in der Mitarbeiterbindung und -gewinnung. Natürlich zählt ein lebenssicherndes Einkommen weiterhin als Hygienefaktor, um motivierte und damit mitdenkende Beschäftigte im Unternehmen oder der Verwaltung zu haben. Nebenleistungen nehmen aber ständig an Bedeutung zu und gerade bei der Mobilität spielen Firmenfahrzeug, Firmenrad, Jobticket und Carsharing eine zunehmende Rolle. Selbst bei Fahrgemeinschaften für Firmen bieten sich Dienstleister als Problemlöser an. Ich möchte im kommenden Beitrag zeigen, wie positiv sich solche Angebote des Arbeitgebers in der Praxis darstellen. Und nein, derartige Mitarbeiterunterstützungen sind nicht nur aus Umweltgesichtspunkten attraktiv.

Fahrgemeinschaften für Firmen

1. sparen Mobilitätskosten

Nicht nur in Stadtzentren großer Städte und kleiner Gemeinden ist es für Arbeitgeber kostenintensiv Parkplätze für die Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Fahrgemeinschaften können hier helfen, die Kosten gering zu halten. Pendler sitzen ja oft allein im Auto und es gibt nicht selten 3 verschenkte Plätze. Auch der Parkplatzmangel vor der Werkhalle wäre mit einer derartigen Mitfahrgelegenheit für Kollegen lösbar.

Weitere Vorteile liegen im Firmenwagen selbst, sofern es denn diese gibt: Der Wiederverkaufswert des Fuhrparks sinkt langsamer. Und am Beispiel der Verbrauchskosten kommen erhebliche Einsparpotentiale zum Vorschein:

Nutzt ein Beschäftigter, der täglich 60 Kilometer pendelt, an 100 Arbeitstagen die Kollegenmitfahrgelegenheit, so spart er 6.000 Kilometer im Jahr. Bei einem Verbrauch von 8 Litern auf 100 Kilometer und einem Preis von 1 € pro Liter entspricht dies einer Einsparung von 480 € pro Jahr.

Im Rahmen von Wartung und Verkehrssicherheit verringert sich auch die Anschaffung von Verschleißmaterialien, wie zum Beispiel bei Reifen. Auch wenn Dienstleister mit günstigen Angeboten für Sommerreifen überzeugen, bleibt immer noch der Aufwand des halbjährlichen Wechsels von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt.

2. schonen die Umwelt

Fallen individuell gefahrene Kilometer weg, weil Plätze im PKW effektiv durch Fahrgemeinschaften genutzt werden, wird Treibstoff gespart. Handelt es sich dabei um fossile Brennstoffe, folgt daraus das Vermindern von

  • CO2-Ausstoß
  • Feinstaubbelastung
  • Lärmemission

Jeder Arbeitgeber, der seinen Beschäftigten die Vorteile von Fahrgemeinschaften erläutert und bei der Umsetzung unterstützt, vermindert so den ökologischen Fußabdruck. In Geschäftsberichten und der Außenkommunikation lässt sich die Übernahme dieser Verantwortung für die Zukunft darstellen.

SAP hat mit einer professionellen Lösung für gemeinsame Fahrten seit dem Start 1,6 Millionen Kilometer und 230.000 Kilogramm CO2 eingespart.

Klein- und mittelständische Unternehmen werden natürlich nicht so schnell zu solch imposanten Ergebnissen kommen, aber was für die Umwelt zählt sind jeder Kilometer und jedes Kilogramm.

3. stärken die Arbeitgebermarke

Der Beschäftigte war für lange Zeit für den Arbeitgeber nur als Fachkraft von Interesse. In unserer veränderten Arbeitswelt rückt der ganze Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen in den Blick. Die Erfüllung der Arbeitsaufgaben steht noch immer im Mittelpunkt, aber der Arbeitgeber muss mehr investieren, um die Aufmerksamkeit von Kandidaten zu erhalten bzw. die Mitarbeiterbindung bestehender Beschäftigter zu halten. Individuelle Zusatzleistungen die sich an den Interessen der Arbeitnehmer orientieren, zeigen Aufmerksamkeit und zahlen kräftig auf die Arbeitgebermarke ein.

So ist es, wenn es richtig und ganzheitlich kommuniziert wird, nur selbstverständlich, dass sich Arbeitgeber über die Arbeitswege Gedanken machen. Staus auf den Straßen, wiederkehrende Verspätungen und nicht zuletzt Streiks im öffentlichen Nahverkehr können den Start in einen Arbeitstag verhageln. Die Fahrgemeinschaften für Firmen und ihre Beschäftigten sind hier eine Möglichkeit den Weg zur Arbeit flexibler und entspannter zu absolvieren – und sei es vielleicht auch nur für eine größere Teilstrecke.

Richtig durchdacht und in die täglichen Abläufe integriert, punktet der Arbeitgeber nicht nur bei den Generationen X und Y, die häufiger als Andere auf ein eigenes Fahrzeug verzichten. Im Rahmen von Fachkräftegewinnung aus dem Ausland bzw. der Integration kommen mehrsprachige Web-Lösungen sehr positiv an und stärken das Employer Branding.

4. steigern die Mitarbeiterzufriedenheit

Studien zeigen, dass Mitarbeiter-Fahrgemeinschaften die Mitarbeiterzufriedenheit steigern. Die Gelassenheit mit der zusammenfahrende Kollegen, den täglichen Arbeitsweg empfinden, ist einer der Hauptgründe. Die Belastung alleinfahrender Beschäftigter durch Stress schlägt den Untersuchungen nach negativ auf Gesundheit und Wohlbefinden.

Neben den Punkten, die ich schon unter 3. dargestellt habe, eignen sich Fahrgemeinschaften für Firmen auch zur Unterstützung des Onboarding. In der informellen Situation der Mitfahrgelegenheit lassen sich besser soziale Kontakte knüpfen, über die Arbeitsorganisation sprechen und auch Tipps rund um den Arbeitsplatz austauschen.

5. machen den Arbeitsweg sicherer

Es ist wohl ein psychologisches Phänomen, aber wenn mehrere Menschen in einem Fahrzeug unterwegs sind, hält sich der Fahrende öfter an Geschwindigkeitsbegrenzungen, ist aufmerksamer und weniger aggressiv. Das sich dies auf eine Verminderung von Unfällen auswirkt, leuchtet jedem ein. Ein Durchschlagen auf Arbeitsausfälle und den Krankenstand brauche ich nicht weiter zu erläutern.

In den bekannten Portalen auf die Identität der Anbieter achten – so wird keine Mitfahrgelegenheit zur Zitterpartie. In speziellen Lösungen für große Unternehmen ist dies von vornherein geklärt, da nur Berechtigte Zugriff haben.

6. sind mit Apps leicht organisiert

Ob nun MoQo, Comovee, PendlerApp oder flinc – mit speziellen Enterprise-Lösungen und den dazugehörigen Apps lassen sich die Fahrgemeinschaften für Firmen kinderleicht von jedem Beschäftigten selbstständig organisieren und administrieren. Aber auch die ADAC-nahe Lösung Fahrgemeinschaft.de mit seinen Whitelabel-Lösungen unter Pendlernetz sind Angebote, die alle Vorteile unterstützen. Beim letztgenannten Anbieter ist zu beachten, dass es sich um eine offene Lösung handelt. Spezielle Angebote für Unternehmen und Angebote werden auf Nachfrage angeboten.

Fahrgemeinschaften als Steuersparmodell?

Nachfolgend möchten wir darauf hinweisen und erläutern, das MitarbeiterInnen mit beruflichen Fahrgemeinschaften erheblich Steuern sparen können.

Wer wäre besser für die Beschäftigten bei der Steuerberatung geeignet, als die Experten vom Verein Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH)? So haben wir gern auf deren Know-how zurückgegriffen.

Werden größere Entfernungen zurückgelegt, kann es vorteilhaft sein, wenn sich die Mitglieder der Fahrgemeinschaft mit dem jeweils eigenen, privaten Pkw abwechseln. Dafür gibt es gute Gründe, wie wir noch zeigen werden.

Berufliche Fahrgemeinschaften fördern die Kommunikation, schonen die Umwelt und reduzieren Benzinkosten. Auch Steuern lassen sich damit sparen, berichtet die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH). Werden größere Entfernungen zurückgelegt, kann es von Vorteil sein, wenn sich die Mitglieder mit ihren jeweiligen Pkw beim Fahren abwechseln, raten die Experten – aus gutem Grund.

Jeder Teilnehmer der beruflichen Fahrgemeinschaft kann bei den Werbungskosten die Entfernungspauschale steuerlich absetzen! Auch zusammenfahrende Eheleute oder eingetragene Lebenspartner können profitieren. Allerdings sind die Finanzämter bei den Streckenkilometern streng. Es wird nur der kürzeste Weg zwischen (eigener) Wohnung und der ersten Arbeitsstätte akzeptiert. Das Heimfahren bzw. Abholen der Mitfahrer zählt nicht. Anerkannt werden nur verkehrsgünstigere oder durch (längere) Baustellen resultierende Umwege.

Weiterhin zu beachten ist die Obergrenze von 4.500 Euro pro Jahr und Mitfahrer. Bleiben alle Mitglieder der Fahrgemeinschaft unterhalb dieser Entfenungspauschale, ist es irrelevant, ob und in welchem Umfang ein einzelner Teilnehmer den eigenen Pkw genutzt hat. Anders ist es jedoch, wenn einer oder alle die maximale Steuerersparnis ausnutzen. Dann interessiert sich nämlich das Finanzamt dafür, wer sein eigenes Fahrzeug wie oft eingesetzt hat.

„Der Grund: Als Mitfahrer einer Fahrgemeinschaft darf man nur maximal 4500 Euro Fahrtkosten im Jahr von der Steuer absetzen.“ Fahrer, die ihren eigenen Wagen (oder einen zur eigenen Nutzung überlassenen) einsetzen, können dagegen Fahrtkosten in unbegrenzter Höhe geltend machen.

Ein Beispiel für den Durchblick

Das Beispiel soll zeigen, warum es sich lohnen kann, Fahrgemeinschaften mit wechselnden Fahrern zu bilden. So wird Benzin gespart, die Umwelt geschont, die Kommunikation zwischen den Kollegen verbessert und natürlich kräftig Steuern gespart:

Zwei Kollegen fahren an 210 Tagen zusammen 80 Kilometer von Zuhause zur Arbeit. Fährt immer nur einer, kann dieser als Fahrer den vollen Betrag absetzen, der Mitfahrer aber maximal 4500 Euro. Wechseln sie sich ab und fahren beide jeweils an 105 Tagen, bleiben sie als Mitfahrer unter der Grenze und können beide den vollen Betrag als Werbungskosten geltend machen. Durch das Abwechseln wird die für Mitfahrer geltende Begrenzung des abzugsfähigen Betrags umschifft.

Fahrgemeinschaften für Mitarbeiter

Jetzt ist es an Ihnen als attraktiver Arbeitgeber in die Umsetzung zu gehen. Informieren Sie Ihre Beschäftigten, allein oder mit Partnern, wie den Fachkräftesicherern, über die vielen Vorteile von Fahrgemeinschaften. Sie stärken so ganz nebenbei und effizient die Bindungseffekte.

Es ist kein Geheimnis: Gerade bei den Generationen X und Y, die zunehmend auf das eigene Fahrzeug verzichten, können Sie so punkten. Sie zeigen, das Sie sich für die individuellen Bedürfnisse interessieren und versuchen, Lösungen zu ermöglichen. Natürlich erwarten Sie auf der anderen Seite auch entsprechende Leistungen, wie eine höhere Einsatzbereitschaft.

Fun-Fakt: Im Vergleich zum morgendlichen und abendlichen Getümmel in Bus und Bahn haben Mitfahrer eine Sitzplatzgarantie. Und ein Umsteigen am zugigen Bahnsteig gehört auch der Vergangenheit an.

Das gilt übrigens auch für Kollegen mit eigenem Auto: Wer hin und wieder nicht selbst hinterm Steuer sitzt, erspart sich den Stress der Rush Hour und Parkplatzsuche. Dazu gibt es unter dem Titel „Der Höhepunkt des Tages oder der tägliche Trott: Pendeln und subjektives Wohlbefinden“ eine spannende Studie.

Fahrgemeinschaften (c) Clker-Free-Vector-Images / Pixabay
Fahrgemeinschaften (c) Clker-Free-Vector-Images / Pixabay

Fragen rund um Fahrgemeinschaften für Firmen und Mitarbeiter

Welche Fahrten dürfen Fahrer und Mitfahrer absetzen?

VLH: Das Finanzamt erkennt nur den kürzesten Weg von der eigenen Wohnung zur Arbeit an. Ein Umweg wird nur dann anerkannt, wenn er verkehrsgünstiger ist, zum Beispiel wegen Berufsverkehr oder Großbaustelle. Dann gibt es 30 Cent pro Kilometer und einfache Strecke. Bei einer Fahrgemeinschaft ist das ähnlich: Für jeden Einzelnen berechnet das Finanzamt den kürzesten bzw. verkehrsgünstigsten Weg. Die Umwege durchs Abholen oder Nachhause bringen von Mitfahrern zählen nicht.

Was ist, wenn sich die Kollegen mit dem Fahren abwechseln?

VLH: Mal fährt der eine mit seinem Benz, mal der andere mit seinem Peugeot. Fair gegenüber den Kollegen und besser für die Steuererklärung. Denn als Mitfahrer dürfen Sie nur maximal 4.500 Euro Fahrtkosten im Jahr von der Steuer absetzen. Fahren Sie aber selbst, können Sie die Pendlerpauschale ohne Einschränkung absetzen.

Können Eheleute auch eine Fahrgemeinschaft bilden?

VLH: Ja! Jeder von ihnen kann seine Fahrtkosten mit der Pendlerpauschale absetzen, wenn sie gemeinsam zur Arbeit fahren. Das gilt sogar dann, wenn sie für den gleichen Chef arbeiten.

Sind Fahrgemeinschaften unfallversichert?

VLH: Nicht nur die direkte Fahrtstrecke, auch jeder Umweg zum Abholen oder Nachhausebringen der Kollegen ist gesetzlich unfallversichert.

Mehr praktische Beispiele zur Mitarbeiterbindung gesucht?

Die Fachkräftesicherer können Sie ganz individuell zu praktischen Maßnahmen der Bindung von Beschäftigten beraten. Ein erster Schritt ist von Ihnen nötig, damit wir Ihr Unternehmen sicherer gegen Risiken bei der Mitarbeiterbindung und Fachkräftegewinnung machen können.

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