Als Arbeitgeber die Nutzungsquote von Zusatzangeboten richtig bewerten

Die Nutzungsquote von Zusatzangeboten nicht zu kennen, verunsichert viele Arbeitgeber bei der Frage ‚make or buy‚. Nicht anders ist es bei der Frage zur Wirksamkeit von Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und Mitarbeitergewinnung. Des öfteren stellen uns Arbeitgeber im KMU die Frage, ob Zusatzangebote:

  1. wirklich neue Mitarbeiter bzw. mehr Bewerbungen bringen
  2. bestehende Mitarbeiter zum Bleiben animieren und so die Zufriedenheit am Arbeitsplatz erhöhen.

Wer eine pauschale Antwort erwartet, wird oft enttäuscht!

Denn tolle Menschen für sein Unternehmen zu gewinnen und tolle Mitarbeiter im Unternehmen zu binden, erfordert mehr als ’nur‘ beliebige interne und externe Zusatzangebote. Gerade, wenn es sich um staatlich geförderte Leistungen, wie das betriebliche Gesundheitsmanagement handelt, heben Sie sich als Arbeitgeber im x-ten Jahr der Förderung kaum noch von einem anderen Arbeitgeber mit dem gleichen Angebot ab. D. h. natürlich vergleichen Ihre Mitarbeiter Sie als Arbeitgeber mit anderen. Ebenso checken Bewerber Ihre Leistungen ab.

Monetäre und nicht monetäre Maßnahmen gleichermaßen wichtig

Bieten Sie z. B. Sportkurse im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements an, ist es wichtig regelmäßig zu prüfen, ob Ihre Mitarbeiter genug Zeit haben diese im Alltag zu nutzen oder/und Sie diese überhaupt nutzen wollen. Eine Umfrage der Suchmaschine Indeed.com hat 2017 ergeben, dass insgesamt 38% der Arbeitgeber (präventive) Sportangebote im Rahmen des BGM machen. Allerdings nutzt nur jeder vierte befragte Arbeitnehmer in diesen Unternehmen die Sportangebote.

Währenddessen meinen 2688 befragte Arbeitnehmer in der Indeed Studie deutschlandweit, dass BGM Angebote wichtig und wertvoll sind, genauso, wie Weiterbildung und Entwicklungsmöglichkeiten. Gerade BewerberInnen achten also bei der Suche nach der offenen Stelle auf diese Zusatzangebote und Nebenleistungen. Das sagt aber noch nichts darüber aus, ob Sie Ihre Angebote zum BGM je nutzen werden, wenn Sie bei Ihnen anfangen.

Nun heißt es die Nutzungsquote von Zusatzangeboten richtig bewerten und interpretieren.

Sie können natürlich den Schluss ziehen, dass nur 4 von 10 Arbeitnehmern Ihre Sportangebote nutzen oder, dass Sie an dieser Stelle gar kein Angebot zum BGM machen wollen, weil es sich Ihrer Meinung nach nicht lohnt.

Was das für Ihre Bindung und Gewinnung bedeutet

Wir sagen Ihnen, dass diese Nutzungsquote nichts anderes bedeutet, dass 4 von 10 Mitarbeitern bei Ihnen bleiben, weil Sie Sportangebote machen. Und, dass einige Bewerber dieses Sportangebot als Grund dafür betrachten an Board zu kommen. Die restlichen 6 Mitarbeiter betätigen sich vielleicht nicht persönlich und gerade aktiv am Angebot aber sie erzählen es wie die anderen vier vielleicht weiter und stärken Ihre Reputation.

Wer meint, dass 4 von 10 zu wenig sind, sollte hier weiterlesen.

So wird die Nutzungsquote von nicht monetären Angeboten, wie z. B. psychologische Krisenintervention oder Suchtberatung am Arbeitsplatz mit nur 3 bis 4 % (Quelle: External Employee Assistance Program Vendors: A Study of RFI Data from 2009-2010; EASNA Research Notes, Kathleen Mahieu and Chet Taranowski; Volume 3, Number 3, April 2013) angegeben. Die Nutzungsquote bei unseren Kunden im Familien- bzw. Fachkräfteservice, der die Vermittlung zu solchen Angeboten integriert, liegt bei über 20%. D. h. jeder 5. Mitarbeiter von 100 stellt seine Fragen um die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben bzw. für sein soziales Umfeld.

Nutzen- und bedürfnisorientierte Zusatzangebote machen

Rühren Sie als Arbeitgeber nun die Werbetrommel für Ihre Angebote erhöht sich aus unserer Sicht die Nutzungsquote. Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter bei der Auswahl von Zusatzangeboten mit ins Boot, erfahren Sie schnell, was benötigt und genutzt wird. Orientieren Sie sich nur an anderen und suchen Rezepte für Ihr Unternehmen verpassen Sie unter Umständen die Chance eine wirksame individuelle und einzigartige Strategie zur Fachkräftesicherung zu entwickeln.

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