Interimsmanagement mit ehemaligen Mitarbeitenden

Der Name von SAMSON ist Programm. Durch ein Stellventil aus eigener Produktion strömen bis zu 400 bar – diese wollen sekundenschnell geregelt werden. Die Verbindung aus Stärke, Intelligenz und Cleverness hat schon Gründervater Hermann Sandvoss inspiriert, sein Unternehmen nach der Figur im Alten Testament zu benennen: „Samson“ war berüchtigt für seine unbezwingbare Stärke, deren Geheimnis in seinen Haaren verborgen lag.

Die Kombination aus Intelligenz und Stärke treibt das Unternehmen nicht nur in seinen technischen Entwicklungen, sondern auch im Umgang mit seinen Mitarbeitern/innen an. Das Motto der SAMSON AG lautet: Aus einer Partnerschaft kann eine Freundschaft fürs Leben werden. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 16 Jahren. Aus eigener Kraft eine Familie gründen und versorgen zu können, soll laut Herrn Dr. Nikolaus Hensel, Vorsitzender des Aufsichtsrates, jedem SAMSONer möglich sein.Um Beschäftigte zu halten und auch nach dem Renteneintritt an das Unternehmen zu binden, setzt SAMSON auf ein sozialverträgliches Arbeitsumfeld. Dazu gehört auch, dass in Mitarbeitern/ innen und Bewerbern/innen der Generation 50-Plus eine kompetente Schnittstelle zur jüngeren Generation gesehen wird.

Die hohe Wertschätzung für Mitarbeitende spiegelt sich in einem Interimsprogramm für Ehemalige wider. Persönliche Erfahrungen und das Wissen im Umgang mit bis zu zwanzig Jahre laufenden Prozessen stellen einen unschätzbaren Wert dar. Nicht immer kann sofort ein/e Nachfolger/in für die in Rente gehenden Beschäftigten gefunden werden. So entstand 2006 die Idee, pensionierte Fachkräfte zu mobilisieren.

Gerhard Schwarz erhielt neun Monate nach seinem Renteneintritt einen Anruf: Seine Kompetenzen als Technischer Einkäufer waren gefragt. Sein Nachfolger hatte das Unternehmen kurzfristig verlassen, ein Ersatz fehlte. Ein echter SAMSONer stellt keine Fragen. Bereits am nächsten Tag stand Gerhard Schwarz an seinem alten Arbeitsplatz. Sein Einspringen verschaffte der SAMSON AG Zeit, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Eine neue Interimslösung war geschaffen und wird seitdem gezielt ausgebaut! Das Interimsprogramm hat sich als ideale Lösung für die Besetzung von Sonderprojekten entpuppt.

Das betrifft vor allem jene, für die stark eingebundene Beschäftigte im Tagesgeschäft keine Zeit finden. Ein Beispiel ist Erhard Ehrler, der als Vertriebsingenieur im gesamten Unternehmen bekannt ist. In seiner früheren Funktion als technischer Berater bereiste er die Welt und sammelte seine „Mitbringsel“. Im Ruhestand beauftragte ihn die SAMSON AG, die Stücke zu benennen, zu katalogisieren und ihre Geschichten festzuhalten. Nach drei Jahren konnte das Museum auf dem SAMSON-Gelände eröffnet werden. Heute ist es nicht nur ein Schmuckstück, sondern hat sich bereits in der Praxis bewährt. Kommt ein/e Kunde/in mit einem über vierzig Jahre alten Ventil, wissen oft jüngere Mitarbeitende nicht, wie das Produkt funktioniert – im Museum finden sie eine Antwort. Auch die häufig im Hause weilenden Kunden und Besucher lassen sich einen Blick nicht entgehen. Im Zuge des demografischen Wandels will die SAMSON AG künftig noch stärker auf Interimslösungen für erfahrene Beschäftigte setzen.

Das Beispiel zum Interimsprogramm

Autorin

Marion Kopmann, Geschäftsführerin Internal Relations GmbH

Das Unternehmen

SAMSON AG, Weismüllerstraße 3, 60314 Frankfurt am Main, www.samson.de

Branche

Metall- und Elektroindustrie

Ansprechpartner

Matthias Ganz, Telefon 069 4009-1212, mganz@samson.de

Belegschaft

  • 1.646 Mitarbeiter/innen
  • 19,9 Prozent Frauen und 80,1 Prozent Männer
  • 11 Frauen in Führungspositionen
  • 990 Mitarbeiter/innen mit Kindern
  • 19 Mitarbeiter/innen in Elternzeit
  • Altersdurchschnitt 42,6 Jahre

Dieses und weitere Beispiele

Die Wirtschaft in der Region FrankfurtRheinMain boomt, die Bevölkerung nimmt immer noch leicht zu, doch die Unternehmen stellen fest, dass sie die neuen Mitarbeiter, die sie benötigen, nicht bekommen.Um Unternehmen Anregungen zu geben, wie sie Beruf und Familie für ihre Mitarbeiter vereinbar gestalten können, hat das IHK-Forum Rhein-Main gemeinsam mit dem Arbeitskreis Beruf und Familie im Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain 25 Unternehmen in der Region FrankfurtRheinMain besucht, die interessante Maßnahmen in ihren Betrieben umsetzen.

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