Internationales Austauschprogramm „Meet the Family“

1851 beginnt mit dem Apotheker und Chemiker Wilhelm Carl Heraeus und seiner „Ersten Deutschen Platinschmelze“ die Geschichte der Firma Heraeus. 160 Jahre später ist Heraeus weltweit mit rund 13.000 Mitarbeitern/innen an 160 Standorten tätig und immer noch in Familienhand. Das Unternehmen, das sich mit Edelmetallen, Technologien, Sensoren, Biomaterialien und Medizinprodukten sowie Quarzglas, Speziallichtquellen und Dentalprodukten beschäftigt, plant auch zukünftig, ein Familienunternehmen zu bleiben.

Ein Augenmerk der familienorientierten, unternehmerischen Verantwortung liegt auf der Fürsorge für die Mitarbeiter/ innen mit Familie. Heraeus beschäftigt überdurchschnittlich viele hochqualifizierte Mitarbeiter/innen, Physiker/ innen, Chemiker/innen, Naturwissenschaftler/ innen. „Die Tendenz ist weiblich“, sagt Ansgar Schuler, Leiter der Sozialberatung, und stellt die Arbeit der Sozialberatung und deren Familienservice dar.

Drei Mitarbeiter/innen, die der Schweigepflicht unterliegen, beraten die Kollegen/ innen bei belastenden Familiensituationen: Trennung vom Partner, Trauerfälle, Krankheit, Sucht, Schulden, psychischen Störungen oder Erziehungsproblemen. Ein besonderes Angebot ist der Familienservice. Fällt die Regelbetreuung der Kinder aus oder tritt in der Familie ein Pflegefall ein, kann im Rahmen des Familienservice vorübergehend eine Notfall-„Betreuung“ organisiert werden. Finanziert durch die Heraeusinterne Sozialstiftung übernehmen unternehmensexterne Notmütter die Betreuung des Kindes oder des pflegebedürftigen Angehörigen.

Das Austauschprogramm im Detail

Ein besonderes Programm für Familien bietet Heraeus seit 2007 unter dem Namen „Meet the Family“ an. Weltweit können Mitarbeiterkinder an einem internationalen Austauschprogramm in Heraeus-Familien teilnehmen. Für jeweils zwei Wochen besuchen sich die Teilnehmer/ innen gegenseitig in den Ferien. Heraeus übernimmt dabei die Organisation und die Reisekosten. Das Programm erinnert an Schüleraustausche und geht doch geografisch darüber hinaus. Die Schwerpunkte liegen in Deutschland, USA, China, Südafrika und Frankreich. Dabei versucht das Projektteam, die Kinder jeweils auf einen anderen Kontinent zu vermitteln.

Obligatorischer Bestandteil der Reise ist der Besuch des jeweiligen Unternehmensstandortes der Gastfamilie. „So werden die Kinder unserer Mitarbeiter/ innen an das Unternehmen herangeführt“, erklärt Christoph Ringwald, Leiter Wirtschaftspresse und Soziales bei der Konzernkommunikation, der das Programm verantwortet. Er fährt fort, das Programm spiegele die Familienausrichtung des Konzerns ebenso wider wie seine internationale Aufstellung. Viele Teilnehmer/innen halten über den Austausch hinaus Kontakt über „Meet the Family“-Facebook-Gruppen. So entsteht eine neue Familie innerhalb der Heraeus- Familie. Die Erfahrungen mit den familienorientierten Angeboten sind durchweg positiv.

Sozialberatung in der Praxis

Mitarbeiter/ innen aller Abteilungen und Qualifikationen kämen auf die Sozialberatung zu. Das Unternehmen könne seinen Anspruch, familienorientiert zu wirken, glaubhaft machen. Und die Mit- arbeiter/innen können ruhigen Gewissens tätig sein, häufig mit hoher Motivation. Bei aller Fürsorge für die Beschäftigten dienen die familienbewussten Maßnahmen von Heraeus letztendlich auch der Fachkräftesicherung. Um Mitarbeiter/innen an sich zu binden, müsse jeder tiefer nachdenken, was zu seinem Unternehmen und den Mitarbeitern/innen passe und solle nach cleveren Angeboten suchen, empfiehlt Ringwald anderen Unternehmen, und: „Unternehmen sollten Mut haben, auch hier neue, glaubwürdige Wege zu gehen.“

Autorin

Martina Winkelmann, Leiterin IHK-Forum Rhein-Main

Die Organisation

Heraeus Holding GmbH, Heraeusstraße 12-14, 63450 Hanau, www.heraeus.de
Branche: Chemie

Ansprechpartner

  • Christoph Ringwald, Leiter Wirtschaftspresse und Soziales, Konzernkommunikation, Telefon 06181 354242, christoph.ringwald@heraeus.com
  • Ansgar Schuler, Leiter Sozialberatung, ansgar.schuler@heraeus.com

Belegschaft

  • rund 13.000 Mitarbeiter/innen im Konzern weltweit
  • rund 5.000 in Frankfurt Rhein-Main
  • 30 Prozent Frauen und 70 Prozent Männer
  • 50 Männer in Elternzeit
  • Altersdurchschnitt 42,2 Jahre

Dieses und weitere Beispiele

Die Wirtschaft in der Region FrankfurtRheinMain boomt, die Bevölkerung nimmt immer noch leicht zu, doch die Unternehmen stellen fest, dass sie die neuen Mitarbeiter, die sie benötigen, nicht bekommen.Um Unternehmen Anregungen zu geben, wie sie Beruf und Familie für ihre Mitarbeiter vereinbar gestalten können, hat das IHK-Forum Rhein-Main gemeinsam mit dem Arbeitskreis Beruf und Familie im Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain 25 Unternehmen in der Region FrankfurtRheinMain besucht, die interessante Maßnahmen in ihren Betrieben umsetzen.

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