Krank oder blau machen planen?

Deutsche Arbeitnehmer sind im Schnitt 9,5 Tage jährlich krank. Die Bandbreite reicht von Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfällen bis hin zu Asthma. Wer richtig krank ist, gehört ohne Frage in ärztliche Behandlung. Allerdings gibt es auch immer wieder ArbeitnehmerInnen, die das Blau machen planen. Gerade jetzt, wenn es draußen kälter wird und die Tage kürzer, fühlt sich jeder 20. Mitarbeiter schon mal im Voraus krank. Da helfen auch keine Seminare zur Mitarbeiterbindung.

Eine kleine Auszeit zu Lasten des Arbeitgebers

Das Forschungsinstitut tns emnid führte zu diesem Phänomen für die Firma Hamburger Gruppendynamik-Institut Systhema und das General Interest-Portal webmail.de im Jahr 2010 eine Studie durch. So hat eine Befragung von 1000 Personen ergeben, dass mindestens:

  • 2 % von ihnen 3 Tage (entspricht gesamt 684000 Personen)
  • 2 % von ihnen 1 Woche (entspricht gesamt 684000 Personen)
  • 1 % von ihnen mehr als 3 Wochen (entspricht gesamt 342000 Personen)krank machen wollen.

Im großen Bundesländerranking 2013 ermittelte das Meinungsforschungsinstitut GfK für die „Welt am Sonntag“, dass 63,8 % der Berliner schon mal blau gemacht haben. Berlin folgte Schleswig-Holstein mit 63,6 % und Platz 3 belegte Hessen mit 58 %. Wirtschaftlich entsteht daraus ein Schaden für den Arbeitgeber und volkswirtschaftlich ein großer Schaden für die deutsche Wirtschaft.

Wer macht einfach mal blau?

Ebenso wie im Jahr 2010 wurde auch im Jahr 2013 in den 2 durchgeführten Studien dargestellt, dass es vor allem jüngere Beschäftigte in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen betrifft, die sich schon mal vorsätzlich eine Auszeit von der Arbeit genommen haben. Die Entscheidung blau zu machen, treffen Männer vergleichsweise etwas häufiger als Frauen und im Ost-West-Vergleich haben die alten Bundesländer die Nase beim Blau machen vorn.

Ursachenforschung in ihrem Unternehmen

Ein Blick in die Runde ihrer Mitarbeiter wird ihnen nicht auf Anhieb Klarheit bringen, wer welche Probleme, Sorgen oder Nöte mit sich rumschleppt. Auch der Gedanke, dass einer von ihnen gar zum Schure mit einer geplanten Krankschreibung eins auswischen will, lässt sich nicht ohne weiteres erkennen. Während in kleinen und mittelständischen Unternehmen der Chef auch gleichzeitig noch einen Großteil der Personalarbeit macht, ist es im Konzern oder bei zahlreichen Niederlassungen oft nicht möglich jeden Mitarbeiter persönlich zu kennen oder gar zu beurteilen.

Ein wesentlicher Fakt ist, dass viele Arbeitnehmer sich gar keinem Betrug am Arbeitgeber bewusst werden, wenn sie gar planen der Arbeit ohne wichtigen Grund fernzubleiben. Auch das Umgehen von Konflikten am Arbeitsplatz war ein Grund für geplante Krankschreibungen. Und manch einer fühlte die Grippewelle oder die Depression wegen dem schwindenden Sonnenlicht eben schon im Voraus kommen. Und nicht nur das Blau machen treibt der Wirtschaft die Tränen in die Augen. Der ein oder andere Arbeitnehmer sieht sich in einem Nebenjob oder bei einer lukrativen Schwarzarbeit oft besser aufgehoben als gerade heraus im Gespräch mit dem Arbeitgeber einen Veränderungsprozess zu diskutieren. Auch hier nutzen ArbeitnehmerInnen das Mittel der Krankschreibung ein um das andere Mal für sich und zur Aufbesserung ihres Einkommens aus.

Was können sie als Arbeitgeber tun?

In der Regel werden sich ihre MitarbeiterInnen wohl an das geltende Recht festgeschrieben im Entgeltfortzahlungsgesetz § 5 EntgFG halten, welches vor allem besagt, dass sie als Chef unverzüglich die Krankmeldung erhalten. Dauert die Arbeitsunfähigkeit dann länger als 3 Tage an, liegt ihnen spätestens am 2. Arbeitstag ein entsprechender Nachweis vor. Bei gesetzlich Versicherten wird zu dem vom behandelnden Arzt auch die Krankenkasse informiert.

Was aber, wenn sich ihnen der Verdacht aufdrängt, dass der ein oder andere Mitarbeiter sich vorsätzlich von seinem Arbeitsplatz fernhält, sich seine Krankschreibung um Brückentage häuft, Krankheiten vortäuscht oder aber (wiederholt) gegen die obige Meldepflicht verstößt bzw. Fristen nicht eingehalten werden? Natürlich können sie bei groben Verstößen Abmahnungen aussprechen und dieses auch wiederholen, wenn sich das Vergehen mehrfach wiederholt. Mehrere Abmahnungen wegen der gleichen Geschichte führen auch über kurz oder lang womöglich zur Kündigung.

Verdacht: Blau machen planen

Haben sie allerdings den Verdacht, dass einzelne ihre Krankheiten nur vortäuschen, müssen sie vor allem Beweise sammeln. Gerade fristlose bzw. außerordentliche Kündigungen liegen vorm Arbeitsgericht in der Beweislast des Arbeitgebers. Wenn der Verdacht besteht, dass ArbeitnehmerInnen während der Krankschreibung noch schwarz arbeiten, können betrügerische Spesen- oder Arbeitszeitabrechnungen, wettbewerbswidrige Außendiensttätigkeiten, vertragswidrige Kontakte zu Mitbewerbern hilfreiche und stichhaltige Beweise vor Gericht sein, wenn ihnen denn der Nachweis gelingt.

Natürlich empfiehlt es sich nicht allein Hand anzulegen oder in Mission Impossible Manier den Arbeitnehmer zu beschatten. In Zusammenarbeit mit Rechts- und Fachanwälten kann das Einschalten einer Detektei, wie hier als unabhängiges Unternehmen tätig, zu einer lückenlosen, diskreten und sicheren Beweiskette führen. Geschulte und fachkundige Mitarbeiter der Detekteien gehen nicht wie der Elefant im Porzellanladen vor sondern ermitteln akribisch und arbeitsrechtlich relevant. Unterstützend kommen modernste technische Hilfsmittel zum Einsatz. Geht ihre Vermutung gar in einen hieb- und stichfesten Beweis über, können die Kosten für ihre Aufwendungen im Gerichtsverfahren sogar dem Verursacher der Kosten in Rechnung gestellt werden.

Bevor es zum Äußersten kommt…

In erster Linie beugt ein freundliches und vertrauensvolles Betriebsklima vor. Wenn man sich mit allen gut im Unternehmen aufgehoben fühlt, fällt es schwerer einfach so wegzubleiben. Regelmäßige Teambesprechungen, frisches Obst, Getränke oder gemeinsame Aktivitäten tragen ebenso zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz bei, wie das Einkaufen von Leistungen dritter angefangen vom betrieblichen Gesundheitsmanagement, über eine Physiotherapie bis hin zum professionell tätigen Work-Life-Balance Dienstleister für die externe Gesprächs- und Kontaktaufnahme. Wichtig ist auch, dass sie als Arbeitgeber immer ein offenes Ohr für ihre MitarbeiterInnen haben.

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4 Antworten auf „Krank oder blau machen planen?“

  1. Blaumachen, um privaten Belangen nachgehen zu können, ist nicht nur einfach Betrug gegenüber dem Arbeitgeber, sondern stellt auch gegenüber den Kollegen eine unfaires und rücksichtloses Verhalten dar. Schließlich sind die Ehrlichen die Dummen, weil sie die Arbeit ihrer krankfeiernden Kollegen miterledigen müssen. Kunden warten länger auf die Erledigung ihres Auftrages, Produktionskosten steigen. Offenbar trägt allgemeine Verantwortunglosigkeit diesem Verhalten bei.
    Die damit belastete Krankenakte wird bei späterer Beantragung einer Kranken -(zusatz) versicherung oder Arbeitskraftabsicherung zu erheblichen Schwierigkeiten führen.

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