Osterworkshops und Ferienspiele im Sommer

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„Man sieht sie, wenn sie über das Firmengelände laufen“, sagt Bärbel Arnemann, Leiterin Human Resources-Management der Industriepark Wolfgang GmbH (IPW GmbH) in Hanau. Anja Staubach, Ansprechpartnerin Beruf und Familie, ergänzt lachend: „Und man hört sie.“ In farbigen T-Shirts und mit bunten Kappen auf dem Kopf wandern die Kinder vom Bildungszentrum hinüber ins Betriebsrestaurant, wenn sie an einem der Osterworkshops der IPW GmbH und Evonik Industries teilnehmen und zwischen dem Versuch mit Rotkohlsaft als Indikator und dem Bauen von Stromkreisen in die Pause gehen.

Begleitet werden die 20 Kinder von Auszubildenden, die den Osterworkshop konzipiert haben und betreuen. Der Workshop vermittelt den Mitarbeiterkindern Wissen aus Technik und Naturwissenschaften. Sie experimentieren, lernen Laborregeln der Chemie, konstruieren in der technischen Ausbildungswerkstatt, besuchen die Werksfeuerwehr. Die Kinder seien begeistert und stolz zu sehen, wo ihre Eltern arbeiteten, sagt Anja Staubach.

Der Industriepark Wolfgang ist ein Hochtechnologiestandort, ein Forschungs- und Produktionszentrum für Materialtechnologie, Chemie und Pharma, in dem junge Unternehmen neben etablierten Firmen und internationalen Konzernen wie Evonik Industries, Umicore und Dentsply mit insgesamt gut 5.000 Beschäftigten wirken. Im Rahmen von Beruf und Familie bietet Evonik Industries über die Workshops in den Osterferien hinaus den Kindern während des Sommers Ferienspiele an. Die Kinder können zwischen Projekt- und Ausflugswochen wählen, die stets unter einem Motto stehen. Als „Ritter Artus“ verwandelten sie 2011 ein städtisches Sportgelände in eine Burg und lernten Lebensweise und Gepflogenheit des Mittelalters. Die von den Kindern und Jugendlichen entworfene Fahne hängt heute im Betriebsrestaurant. Um möglichst vielen Mitarbeiterkindern die Ferienspiele zu ermöglichen, bietet Evonik vier Wochen gegen Ende der hessischen und zu Beginn der bayerischen Schulferien an.

Nutzungsquote der Ferienspiele spricht für Erfolg

Die Resonanz auf beide Programme ist hervorragend. Den Nutzen haben sowohl das Unternehmen als auch die Eltern, die entspannter arbeiten können, weil sie die Kinder in den Ferien gut und interessant betreut wissen. Das Angebot ist eingebettet in eine Vielzahl weiterer, welche Evonik-Beschäftigte in Familien- oder Pflegesituationen entlasten.

Beruf und Familie ist ein zentrales Thema für Evonik. Bewerber/innen stellen immer wieder die Frage, wie das Unternehmen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie der Beschäftigten fördere, sagt Standortleiter Dr. Gerhard Haubrich. Hinzu komme, dass Frauen verstärkt in Führungspositionen aufrückten. Sie seien häufiger als früher bereit, solche Position auch auszuüben. Diese Bereitschaft unterstütze das Unternehmen mit attraktiven Bedingungen. Angebote zu machen reiche aber nicht aus. Wichtig sei, dass die Führungskräfte ihren Mitarbeitern/ innen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie „top-down“ vorlebten.

Haubrich räumt ein, dass konservative Führungskräfte erst einmal über ihren Schatten springen mussten. Klick um zu Tweeten

Doch wenn selbst der Chef oder die Chefin einmal einen Tag im Homeoffice verbringt, kann dies auch zum Modell für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden.

Autorin

Martina Winkelmann, Leiterin IHK-Forum Rhein-Main

Das Beispielunternehmen

Evonik Industries AG
Standort Hanau:
Industriepark Wolfgang GmbH, Rodenbacher Chaussee 4, 63457 Hanau (Wolfgang), www.evonik.de | www.ipw-rheinmain.de
Branche: Chemie

Ansprechpartner/in:

  • Dr. Gerhard Haubrich, Standortleiter, gerhard.haubrich@ipw-rheinmain.de
  • Bärbel Arnemann, Leiterin HR-Management Hanau, baerbel.arnemann@ipw-rheinmain.de
  • Anja Staubach, Ansprechpartnerin Beruf und Familie, Telefon 06181 593484, anja.staubach@ipw-rheinmain.de

Belegschaft

  • 3.300 Mitarbeiter/innen am Standort Hanau
  • 34 Prozent Frauen und 66 Prozent Männer
  • 12 Prozent Frauen in Führungspositionen
  • 19 Männer in Elternzeit
  • Altersdurchschnitt 41 Jahre

Dieses und weitere Beispiele

Die Wirtschaft in der Region FrankfurtRheinMain boomt, die Bevölkerung nimmt immer noch leicht zu, doch die Unternehmen stellen fest, dass sie die neuen Mitarbeiter, die sie benötigen, nicht bekommen.Um Unternehmen Anregungen zu geben, wie sie Beruf und Familie für ihre Mitarbeiter vereinbar gestalten können, hat das IHK-Forum Rhein-Main gemeinsam mit dem Arbeitskreis Beruf und Familie im Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain 25 Unternehmen in der Region FrankfurtRheinMain besucht, die interessante Maßnahmen in ihren Betrieben umsetzen.

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