Privates am Arbeitsplatz: Was Ihre Mitarbeiter noch tun außer arbeiten

Wie viel Privates am Arbeitsplatz darf es denn sein? Und wo ist die Grenze zwischen privat und beruflich. Nicht nur über das Gehalt quatschen die Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Auch über Familienmitglieder, Ereignisse, Neuigkeiten aus aller Welt und sonstiges, was sie im Alltag bewegt und beschäftigt.  Viele Mitarbeiter hegen und pflegen Freundschaften am Arbeitsplatz. Viele Arbeitgeber befördern Mitarbeiterbindung auch untereinander mit gemeinsamen Aktivitäten – andere wollen solche Beziehungen im Team lieber vermeiden…warum, wieso, weshalb?

Die Produktivität muss stimmen

Wie immer hat alles Vor- und Nachteile. Eine Studie der Universität in Florida brachte da jüngst neue Erkenntnisse. Dem Arbeitgeber kann es durchaus zum Vorteil gereichen, wenn er befreundete Mitarbeiter an einem Arbeitsplatz zusammenarbeiten lässt. Das Mitteilen und Austauschen von Informationen geht so viel schneller und ist intensiver. Erinnern wir uns jedoch an die Schulzeit zurück gab es zu Beginn des Schuljahres oft die Aufforderung, dass jeder bei ’seinem besten Freund‘ sitzen kann. Doch schon wenige Wochen später nahm in der Regel der Klassenlehrer Veränderungen am Sitzplan vor. Das vor allem zu Gunsten der Produktivität und der Ruhe. Zu häufiger Austausch von Mitteilungen führte oft dazu, dass der Unterrichtsablauf gestört wurde und andere MitschülerInnen sich abgelenkt fühlen.

Kollegen dürfen über das Gehalt reden

Ähnlich kann das auch am Arbeitsplatz sein. Nicht nur positives verteilt sich zwischen befreundeten Kollegen besser sondern auch schlechte Stimmung oder Stress. Und natürlich können auch Beziehungen von MitarbeiterInnen untereinander den Arbeitsablauf gefährden bzw. stören. Das Arbeitsziel kann aus den Augen verloren werden. Für Sie als Arbeitgeber ist es in jedem Fall wichtig zu wissen, wer mit wem auf welchen Arbeitsplatz zusammenpasst und dort Höchstleistungen verbringt. Allerdings wurde mit vielen Mythen schon aufgeräumt. So ist die Klausel, dass der Arbeitnehmer nicht mit Kollegen über das Entgelt sprechen kann, längst verboten. Gleich 2 Urteile der Arbeitsgerichte (12.05.2009 – 3 CA 549/09, 21.10.2009 – 2 SA 183/09) haben diese Schweigeklausel im Arbeitsvertrag für unwirksam erklärt.

Soviel Privates wie nötig oder möglich?

Beruf und Familie noch besser miteinander zu vereinbaren, ergab sich jüngst wieder als Forderung aus dem Familienmonitor 2010. Noch mehr sollen sich Arbeitgeber auf diese Vereinbarkeit einlassen und Anreize schaffen. Familienfreundliche Arbeitgeber stehen wiederum hoch im Kurs – sogar auf Lohn/Gehalt wird notfalls verzichtet. Und trotzdem haben Arbeitgeber von Familienfreundlichkeit oft andere Vorstellungen als die Mitarbeiter. Die erledigen oft mehr Privates am Arbeitsplatz als Ihnen als Arbeitgeber lieb sein dürfte, denn Sie bezahlen ja dafür. mögliche.

Dienst nach Vorschrift

Laut Gallup-Studie 2009 sind 67% der Mitarbeiter ’nur‘ noch da! Sie machen Dienst nach Vorschrift und erledigen viel Privates am Arbeitsplatz. Und trotzdem schaffen sie während ihrer Arbeitszeit noch jede Menge Sachen. Nach einer jüngst veröffentlichten Befragung des Business-Center-Anbieters Regus verbringen viele MitarbeiterInnen die Zeit am Arbeitsplatz mit privaten Tätigkeiten.

Ein kleines Ranking:

  1. 2/3 lesen im Büro private e-Mails
  2. 58,7% surfen im Netz (die Plattform Youtube ist hier ein Favorit!)
  3. 51,8% führen private Gespräche mit Kollegen
  4. Terminvereinbarungen machen 50,3% (beliebt: Friseur und Arzt)
  5. 46,9% lesen bei Empfang private Mails und überwachen ihren privaten Posteingang
  6. 38,7% erledigen Bankgeschäfte und tätigen Online-Einkäufe
  7. jeder 5. Mitarbeiter pflegt Profile in Social Networks
  8. immer noch 14,6% kopieren generell im Büro
  9. 12,1% sparen sich den Gang zum Postamt und
  10. 12,8% greifen im Büro noch zur Zigarette

Alles in allem eine sehr kostenintensive Aufstellung, die Arbeitgeber richtig Kohle kosten. Gut, wenn in ihrem Unternehmen für diese Punkte Vereinbarungen existieren. Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. sozialem Umfeld muss für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation bleiben. So profitieren Sie als Arbeitgeber vom Familienservice für ihre Mitarbeiter. Ihre Mitarbeiter wenden sich mit ihren Sorgen und Nöten rund um Familie an einen zentralen Ansprechpartner. Sei es die Suche nach dem Betreuungsplatz, die Buchung einer Urlaubsreise oder des Friseurtermins . Wir organisieren, recherchieren und informieren rund um Familie von 0 bis 99plus.

Nachtrag aus 2017/2018: Schauen Sie sich doch mal unter dem Schlagwort „lebensfreundlich“ beim Fachkräftesicherer um. Eventuell gibt Ihnen das ja zu denken.

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