Sachbezug: keine Steuern und Sozialabgaben

Unter dem Sachbezug werden in Deutschland alle nicht geldlichen Einnahmen gezählt, die dem Arbeitnehmer im Rahmen seiner Tätigkeit und als Ersatz seiner Arbeitsleistung zufließen.

Ein Sachbezug wird jedoch nach § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG bis 44 Euro im Kalendermonat nicht zum Arbeitslohn gezählt (Freigrenze) – ggf. nach Abzug des vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelts.

Als Beispiele können unter Anderem

  • die Bereitstellung eines Dienstwagen für die private Nutzung,
  • Waren oder Dienstleistungen, die unentgeltlich oder verbilligt bezogen werden oder
  • Gutscheine bzw. Geschenke

genannt werden.

geplante Sachbezugswerte für 2018

Nach dem vorgelegten Entwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales soll der monatliche Sachbezugswert für freie Unterkunft in 2018 von 223 EUR auf 226 EUR und der monatliche Sachbezugswert für freie Verpflegung auf 246 EUR (derzeit 241 EUR) steigen. Mit der noch ausstehenden Zustimmung des Bundesrats ist zu rechnen.

Damit ergeben sich für Mahlzeiten folgende Sachbezugswerte:

Sachbezugswerte für Mahlzeiten
Mahlzeitmonatlicher Wertkalendertäglicher Wert
Frühstück52 EUR (2017: 51 EUR)1,73 EUR (2017: 1,70 EUR)
Mittag- bzw. Abendessen97 EUR (2017: 95 EUR)3,23 EUR (2017: 3,17 EUR)

Übersichtstabelle zum Sachbezug ab 2011 bis 2017

Sachbezug, amtlich

2017

2016

2015

2014

2013

2012

2011

Für freie Verpflegung – monatlich

241,00

236,00

229,00

229,00

224,00

219,00

217,00

Für freie Unterkunft – monatlich

223,00

223,00

223,00

221,00

216,00

212,00

206,00

Gesamtsachbezugswert

464,00

459,00

452,00

450,00

440,00

431,00

423,00

Sachbezugswerte 2016 liegen vor

Die maßgeblichen Werte für Sachbezüge werden sich ab 1.1.2016 lediglich für die Verpflegung erhöhen. Der Monatswert für die Verpflegung wird im Jahr 2016 236 EUR betragen. Der Monatswert für Unterkunft und Miete im Jahr 2016 bleibt gegenüber 2015 unverändert bei 223 EUR.

Die Sachbezugswerte werden jährlich durch eine Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) angepasst. Die Änderungsverordnung – 8. Verordnung zur Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung (Verordnungsentwurf v. 20.7.2015) – wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit Zustimmung des Bundesrates erlassen. Erfahrungsgemäß werden die Werte des Entwurfs nicht mehr geändert – es kann jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden.

Update 2015

Im Dezember hat der Deutsche Bundestag das Jahressteuergesetz 2015 verabschiedet. Danach bleibt die 44-Euro-Freigrenze für Sachbezüge nun weiter bestehen. Eine Verbesserung gibt es ab 1. Janauar 2015 bei der Beauftragung eines Kindersitters. Unter dem Titel Steuerbonus für Kinderbetreuung bei beruflich bedingtem Notfall informieren wir Sie ausführlich.

Update 2014

Sachbezugswert für Verpflegung

Mit Schreiben vom 12.11.2013 hat das BMF die für 2014 geltenden Sachbezugswerte für Mahlzeiten an Arbeitnehmer bekanntgegeben.

  • Frühstück 1,63 €,
  • für ein Mittag- bzw. Abendessen jeweils 3,00 €

im Jahr 2014 anzusetzen.

Die Sachbezugswerte gelten für Mahlzeiten, die arbeitstäglich unentgeltlich oder verbilligt an die Arbeitnehmer abgegeben werden (z. B. in einer Kantine). Ab 2014 gilt der Sachbezugswert aber gemäß § 8 Absatz 2 Satz 8 EStG auch für Mahlzeiten, die dem Arbeitnehmer während einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit oder im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung vom Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten zur Verfügung gestellt werden, wenn der Preis der Mahlzeit 60 Euro nicht übersteigt.

Zitat aus dem Schreiben: „Im Übrigen wird auf R 8.1 Absatz 7 und 8 LStR 2013 sowie auf das BMF-Schreiben zur Reform des steuerlichen Reisekostenrechts vom 30. September 2013 (BStBl I Seite 1279) hingewiesen.“

Download des BMF-Schreibens vom 12.11.2013 zu den Sachbezugswerten ab 1. Januar 2014

Unterkunft und Miete als Sachbezug

Der Wert für Unterkunft oder Mieten wird ab 1.1.2014 voraussichtlich von 216 EUR auf 221 EUR angehoben. Für den Quadratmeter gelten 2014 damit 3,88 EUR und bei einfacher Ausstattung gelten 2014 voraussichtlich 3,17 EUR je Quadratmeter.

Der Wert der Unterkunft kann auch mit dem ortsüblichen Mietpreis bewertet werden, wenn der Tabellenwert nach Lage des Einzelfalls unbillig wäre (§ 2 Abs. 3 der SvEV).

Update 2013

In unserem Beitrag „kurz und knapp: Die Änderungen zum 1. Januar 2013 für Arbeitgeber “ informiert unsere Kundenbetreuung auch zu den Änderungen der Sachbezugswerte zum 1.1.2013. Rechtssicherheit gibt ein Urteil des FG Düsseldorf mit dem Az 15 K 1185/09.

Sachbezugswert ab 2007

Jeder Arbeitgeber kann nach den gesetzlichen Lohnsteuerrichtlinien Mitarbeitern einen Essenszuschuss in Form von Restaurantschecks gewähren. Bis zu 3,10 Euro pro Arbeitstag sind dabei sozialabgabenfrei. Dazu muss sich der Arbeitnehmer ab dem nächsten Jahr mit 2,67 Euro aus seinem Nettogehalt beteiligen. Ansonsten ist der Sachbezugswert pauschal mit 25 Prozent zu versteuern. Den Beitrag erhält der Mitarbeiter über den Restaurantscheck zurück. Somit ergibt sich ab 2007 ein maximaler Scheckwert pro Arbeitstag von 5,77 Euro.

Aus Unternehmenssicht ergibt sich ein maximaler Nutzen. Übernimmt der Mitarbeiter die Pauschalsteuer auf den Sachbezugswert von 2,67 Euro (25% = 0,667 Euro), so kann der Arbeitgeber nicht nur bis zu 3,10 Euro, sondern jeden beliebigen Betrag bis maximal 5,77 Euro pro Scheck ausreichen. Der Nutzen liegt somit bei 1269,40 Euro pro Jahr und Mitarbeiter (bei 220 Arbeitstagen).

Fachkräftesicherer optimieren auch beim Sachbezug

Über den Wunsch der Mitarbeiter zu Restaurantschecks haben die Fachkräftesicherer bereits früher berichtet und mit Sodexho sowie LueCon haben wir im Bereich der Brutto-Netto-Lohnoptimierung leistungsfähige Netzwerkpartner an Bord.

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3 Antworten auf „Sachbezug: keine Steuern und Sozialabgaben“

  1. Interessant für Arbeitnehmer sind u.a. kostenfreie, betriebliche Krankenversicherungen mit Vorsorge-Schecks, Zahnzusatzversicherungen oder Heilpraktikerbehandlungen. Oft sogar ohne Gesundheitsprüfung!
    Oder Firmenkreditkarten im Firmendesign zum Einkauf von privaten Dienstleistungen oder Produkten. Ein prima Werbeinstrument für das Unternehmen und eine ständige Erinnerung an die soziale Verantwortung für die Angestellten.

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