Plötzlich verstorben – Und wie erfolgt die Unternehmensnachfolge?

Viele deutsche Unternehmen sind geprägt und geführt von einzelnen Unternehmerpersönlichkeiten. Vom Bäckermeister bis hin zum Otto-Konzern – Nachwuchssorgen gibt es überall. Wer sein Leben lang selbstständig unternehmerisch tätig ist, bedarf auch einer besonderen und zukunftsfähigen Vorsorge.

Langfristig gilt es sich nicht nur mit den persönlichen bzw. privaten Regelungen zu befassen sondern sich vor allem auch in Bezug auf die Unternehmensnachfolge hinreichend abzusichern. Nachfolger für Unternehmen und Betriebe kann man z. B. über die Kammern suchen oder natürlich naheliegend in der eigenen Familie finden.

Das Alter des Unternehmers spielt eine Rolle

Sind Unternehmer noch sehr jung ist die Unternehmensnachfolge nicht einfach so familiär zu regeln. Falls eigene Kinder bzw. PartnerInnen vorhanden sind, spielen Alter bzw. der Wille zur Nachfolge natürlich eine wichtige Rolle. Aber nicht nur emotionale Gesichtspunkte müssen berücksichtigt werden. Wichtig ist es auch, dass finanzielle, rechtliche und steuerliche Aspekte im Auge behalten werden.

Auch, wenn es schwer ist sich mit seinen Lieben und dem sozialen Umfeld darüber auszutauschen und zu verständigen – Unfälle und Krankheiten bedürfen einer speziellen Vorsorge – vor allem auch, wenn Mitarbeiter und deren Familien vom plötzlichen Tod des Inhabers wirtschaftlich getroffen werden können.

Gesellschaftervertrag mit ins Testament einbinden

Bei mehreren Unternehmern (Gesellschaftern) ist der Gesellschaftervertrag in das persönliche Testament mit einzubeziehen. Hier sind in der Regel schon viele wichtige unternehmerische Vertretungsregelungen niedergeschrieben. Für den absoluten und kurzfristigen Ausfall des Unternehmers bzw. eines Gesellschafters kann eine sogenannte Notfallplanung die unternehmerische Handlungsfähigkeit aufrecht erhalten. Es ist möglich vorab festzulegen, wer kurzfristig und operativ die Geschäfte führt bis langfristig ein Nachfolger gefunden ist.

Sollte mittel- bis langfristig weder zu Lebzeiten der UnternehmerInnen noch nach dem (plötzlichen) Tod eine geeignete Nachfolge in Sicht sein, ist es möglich auch den Unternehmensverkauf mit den Hinterbliebenen (vorab) zu regeln. Ist ein Unternehmen beim Erbe im Spiel bietet es sich an auch fachliche Unterstützung zur Seite zu stellen. Ein Testamentsvollstrecker greift den Angehörigen gern unter die Arme. Er kann soweit gewünscht auch bis zur Volljährigkeit und beruflichen Reife der NachfolgerInnen das unternehmerische Geschäft im Sinne des Verstorbenen weiterführen.

Die Haftung richtig regeln

Ebenso bietet es sich an, je nach persönlicher Haftung und Risiko die Unternehmensnachfolge in Stiftungen oder anderen Rechtsformen zu regeln. Ein Zusammenschluss mit einem anderen Unternehmen aus der gleichen Branche bzw. zur Gewinnung von Know-How kann ebenfalls ein Thema sein.

Ist Vermögen im Spiel kann die Versorgung von Kindern und (Ehe-)partnerInnen sehr wichtig sein. Die Unternehmensnachfolge ist dort auch wirtschaftlich so zu überdenken, dass gegebenfalls über Beteiligungen am Unternehmen eine längerfristige Versorgung gewährleistet wird. Sind mehrere Erben als UnternehmensnachfolgerInnen im Spiel gibt es natürlich auch mehr Gestaltungsspielraum. Gerangel oder Streitigkeiten zu vermeiden, ist hier von enormer Bedeutung. Sogenannte Verteilungsvermächtnisse sind eine Möglichkeit der Planung. So kann man z. B. 4 Personen je 20 Prozent vermachen – die restlichen 20 Prozent können später, an besondere Bedingungen geknüpft, vergeben werden.

Geeignete Notare und Fachanwälte stehen in allen Fragen und Fällen der Unternehmensnachfolge beratend und unterstützend zur Verfügung.

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