Steuern sparen mit beruflichen Fahrgemeinschaften

Warum sich Fahrgemeinschaften für Firmen lohnen, haben wir schon in einem früheren Beitrag erläutert. Im heutigen Beitrag soll es darum gehen, das MitarbeiterInnen mit beruflichen Fahrgemeinschaften erheblich Steuern sparen können.

Wer wäre besser für die Beschäftigten bei der Steuerberatung geeignet, als die Experten der Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH)? So haben wir gern auf deren Know-How zurückgegriffen.

Werden größere Entfernungen zurückgelegt, kann es vorteilhaft sein, wenn sich die Mitglieder der Fahrgemeinschaft mit dem jeweils eigenen, privaten Pkw abwechseln. Dafür gibt es gute Gründe, wie wir noch zeigen werden.

Berufliche Fahrgemeinschaften fördern die Kommunikation, schonen die Umwelt und reduzieren Benzinkosten. Auch Steuern lassen sich damit sparen, berichtet die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH). Werden größere Entfernungen zurückgelegt, kann es von Vorteil sein, wenn sich die Mitglieder mit ihren jeweiligen Pkw beim Fahren abwechseln, raten die Experten – aus gutem Grund.

Jeder Teilnehmer der beruflichen Fahrgemeinschaft kann bei den Werbungskosten die Entfernungspauschale steuerlich absetzen! Auch zusammenfahrende Eheleute oder eingetragene Lebenspartner können profitieren. Allerdings sind die Finanzämter bei den Streckenkilometern streng. Es wird nur der kürzeste Weg zwischen (eigener) Wohnung und der ersten Arbeitsstätte akzeptiert. Das Heimfahren bzw. Abholen der Mitfahrer zählt nicht. Anerkannt werden nur verkehrsgünstigere oder durch (längere) Baustellen resultierende Umwege.

Weiterhin zu beachten ist die Obergrenze von 4.500 Euro pro Jahr und Mitfahrer. Bleiben alle Mitglieder der Fahrgemeinschaft unterhalb dieser Entfenungspauschale, ist es irrelevant, ob und in welchem Umfang ein einzelner Teilnehmer den eigenen Pkw genutzt hat. Anders ist es jedoch, wenn einer oder alle die maximale Steuerersparnis ausnutzen. Dann interessiert sich nämlich das Finanzamt dafür, wer sein eigenes Fahrzeug wie oft eingesetzt hat.

„Der Grund: Als Mitfahrer einer Fahrgemeinschaft darf man nur maximal 4500 Euro Fahrtkosten im Jahr von der Steuer absetzen.“ Fahrer, die ihren eigenen Wagen (oder einen zur eigenen Nutzung überlassenen) einsetzen, können dagegen Fahrtkosten in unbegrenzter Höhe geltend machen.

Ein Beispiel für den Durchblick

Das Beispiel soll zeigen, warum es sich lohnen kann, Fahrgemeinschaften mit wechselnden Fahrern zu bilden. So wird Benzin gespart, die Umwelt geschont, die Kommunikation zwischen den Kollegen verbessert und natürlich kräftig Steuern gespart:

Zwei Kollegen fahren an 210 Tagen zusammen 80 Kilometer von Zuhause zur Arbeit. Fährt immer nur einer, kann dieser als Fahrer den vollen Betrag absetzen, der Mitfahrer aber maximal 4500 Euro. Wechseln sie sich ab und fahren beide jeweils an 105 Tagen, bleiben sie als Mitfahrer unter der Grenze und können beide den vollen Betrag als Werbungskosten geltend machen. Durch das Abwechseln wird die für Mitfahrer geltende Begrenzung des abzugsfähigen Betrags umschifft.

Fahrgemeinschaften für Mitarbeiter

Jetzt ist es an Ihnen als attraktiver Arbeitgeber in die Umsetzung zu gehen. Informieren Sie Ihre Beschäftigten, allein oder mit Partnern, wie den Fachkräftesicherern, über die vielen Vorteile von Fahrgemeinschaften. Sie stärken so ganz nebenbei und effizient die Bindungseffekte.

Es ist kein Geheimnis: Gerade bei den Generationen X und Y, die zunehmend auf das eigene Fahrzeug verzichten, können Sie so punkten. Sie zeigen, das Sie sich für die individuellen Bedürfnisse interessieren und versuchen, Lösungen zu ermöglichen. Natürlich erwarten Sie auf der anderen Seite auch entsprechende Leistungen, wie eine höhere Einsatzbereitschaft.

Fun-Fakt: Im Vergleich zum morgendlichen und abendlichen Getümmel in Bus und Bahn haben Mitfahrer eine Sitzplatzgarantie. Und ein Umsteigen am zugigen Bahnsteig gehört auch der Vergangenheit an.

Das gilt übrigens auch für Kollegen mit eigenem Auto: Wer hin und wieder nicht selbst hinterm Steuer sitzt, erspart sich den Stress der Rush Hour und Parkplatzsuche. Dazu gibt es unter dem Titel „Der Höhepunkt des Tages oder der tägliche Trott: Pendeln und subjektives Wohlbefinden“ eine spannende Studie.

Fragen rund um Fahrgemeinschaften

Welche Fahrten dürfen Fahrer und Mitfahrer absetzen?

VLH: Das Finanzamt erkennt nur den kürzesten Weg von der eigenen Wohnung zur Arbeit an. Ein Umweg wird nur dann anerkannt, wenn er verkehrsgünstiger ist, zum Beispiel wegen Berufsverkehr oder Großbaustelle. Dann gibt es 30 Cent pro Kilometer und einfache Strecke. Bei einer Fahrgemeinschaft ist das ähnlich: Für jeden Einzelnen berechnet das Finanzamt den kürzesten bzw. verkehrsgünstigsten Weg. Die Umwege durchs Abholen oder Nachhause bringen von Mitfahrern zählen nicht.

Was ist, wenn sich die Kollegen mit dem Fahren abwechseln?

VLH: Mal fährt der eine mit seinem Benz, mal der andere mit seinem Peugeot. Fair gegenüber den Kollegen und besser für die Steuererklärung. Denn als Mitfahrer dürfen Sie nur maximal 4.500 Euro Fahrtkosten im Jahr von der Steuer absetzen. Fahren Sie aber selbst, können Sie die Pendlerpauschale ohne Einschränkung absetzen.

Können Eheleute auch eine Fahrgemeinschaft bilden?

VLH: Ja! Jeder von ihnen kann seine Fahrtkosten mit der Pendlerpauschale absetzen, wenn sie gemeinsam zur Arbeit fahren. Das gilt sogar dann, wenn sie für den gleichen Chef arbeiten.

Sind Fahrgemeinschaften unfallversichert?

VLH: Nicht nur die direkte Fahrtstrecke, auch jeder Umweg zum Abholen oder Nachhausebringen der Kollegen ist gesetzlich unfallversichert.

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